Nachbetrachtung: Beraterpodium - Karriere im Consulting: Ja! Ja...aber! Vielleicht! - 23. Mai '12

14.06.12

Von: Sina Heinrich

Berater geben ungefragt Ratschläge, ignorieren Fakten und verbringen ihr ganzes Leben im Hotel. Klischee oder böser Alltag? Jeweils ein Vertreter der Deutschen Post DHL Inhouse Consulting, DB Management Consulting, McKinsey&Company und von BearingPoint waren am 23. Mai im Rahmen der WIWEX.Karrierewoche bei uns in der Humboldt Universität zu Berlin zu Gast, um Aufschluss zu geben.

Zu Beginn: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer „normalen“ und einer Inhouse Beratung?
Da die Arbeitsweisen sehr ähnlich sind, unterscheiden sie sich lediglich in ihren Ansatzpunkten.
Eine Inhouse Beratung hat den Vorteil schnell und effektiv mit dem Sachverhalt vertraut zu sein. Der Informationsfluss passiert nur interne Wege und ist daher mit wenig Aufwand verbunden. Ebenso werden bestehende Probleme des Unternehmens nicht an Dritte (z.B. externe Beratungen) weitergetragen.
Da immer mehr Projekte intern vergeben werden, wächst der Druck auf „normale“, externe Beratungen. Diese genießen jedoch einen besonderen Vorteil. Da ihr gesamtes Unternehmenskonzept auf Consulting ausgelegt ist, ist es ihnen möglich deutlich größere und zeitintensivere Projekte zu übernehmen.

Die Frage nach Einstiegsmöglichkeiten und Gehalt folgte augenblicklich.
In diesem Punkt waren sich alle vier Unternehmen ziemlich einig. Gute bis sehr gute Noten sind wichtig, jedoch nicht alles. Soziales Engagement und ernsthaftes Interesse an dem Beruf sind ebenso ausschlaggebend.
Einige Beratungen erwarten bei einer Bewerbung ein bereits vorangegangenes Praktikum, andere hingegen bieten auch „Erst“-Praktika an.
Für Berufseinsteiger: Es spielt zunächst nur bedingt eine Rolle, ob man ein Bachelor- oder ein Masterabsolvent ist. Die meisten Unternehmen bieten Möglichkeiten, schon mit einem Bachelorabschluss bei ihnen zu arbeiten; Beginn und Bestehen des Masterstudiums nach einem gewissen Zeitraum, ist jedoch Voraussetzung.
Die Frage nach dem Gehalt ließ man bewusst unbeantwortet. Doch ein Zwinkern machte deutlich: es lohnt sich, denn grundsätzlich sind die Einstiegsgehälter in der Beratungsbranche überdurchschnittlich.

Wenn Geld fließt, muss aber auch Arbeit dahinter stecken. Die Frage nach dem „Berater-Alltag“ wird jedoch unterschiedlich beantwortet.
Während einige auf Work-Life Balance und feste Urlaubszeiten besonderen Wert legen, gestehen andere schon mal ein Wochenende durcharbeiten zu müssen. Das Reisen im Aus- und Inland steht ebenfalls wöchentlich auf dem Stundenplan.
Das Thema Weiterbildung ist für alle anwesenden Unternehmen ein wichtiger Aspekt. Es gibt fest vorgeschriebene „Aufstiegstreppchen“, die die Laufbahn eines Beraters gliedern. „Up-or-Out“, heißt es kurz vor der nächsten Stufe. Dieses Verfahren sichert einen gewissen Leistungsstandard auf den unterschiedlichen Ebenen und bietet auch den Mitarbeitern eine gute Orientierung. „Out“ bedeutet jedoch nicht in jedem Unternehmen gleich das Ende des Arbeitsverhältnisses. Wer nicht bereit ist für den Aufstieg, wird in einen, für seine erbrachte Leistung angemessenen, Bereich auf gleicher oder ähnlicher Ebene versetzt.

Die Dauer der Beratertätigkeit schwankt durchschnittlich zwischen drei und fünf Jahren – „... weibliche Kollegen springen meist schneller ab...“ (Timo Daus, BearingPoint)
„General Diversity“ ist das Stichwort. Doch um diesem Problem entgegenzuwirken, bieten Unternehmen Frauen besondere Unterstützung an, um ihnen einen Einstieg in die Beratungsbranche leichter zu machen.

Das Fazit: Berater ist ein anstrengender Beruf, den man wirklich wollen muss. Auf der anderen Seite sammelt man in verhältnismäßig kurzer Zeit besonders viel Berufserfahrung und stellt daher auch für Unternehmen aus ganz anderen Bereichen eine attraktive Arbeitskraft dar. Doch nicht nur reines Wissen, sondern auch gesammelte Bekanntschaften und Kontakte bilden wichtige Netzwerke für die Zukunft.
An dieser Stelle bietet eine Inhouse Beratung einen besonderen Vorteil: Wer sich in seinem Unternehmen wohlfühlt, hatstets die Möglichkeit durch den Wechsel in einen anderen Bereich im selben Konzern zu bleiben.

„…jeder darf tragen, so viel er kann…“(Thomas Schneider - DB Management Consulting) – klingt nach einer guten Philosophie oder?
Vielleicht! Ja..aber! JA! Karriere im Consulting